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Lebenszeugnis Kerstin B.

...moment mal!

Kerstin B. (* 1972), Betriebswirtin

In der Schulzeit war ich in der Jugendarbeit in meiner Heimatpfarrei engagiert, vor allem in der Schola und der Jugendband „...moment mal!“ – und da gab es dann auch erste Punkte, an denen ich für mich gesagt habe, all das, was wir da singen, wenn ich das ernst nehme, dann muss das mein Leben bestimmen! Nach der Schule habe ich ein FSJ gemacht, bekam dann einen Studienplatz für Religionspädagogik und alles schien einen normalen Weg zu gehen.

Erstens kommt alles anders zweitens als man denkt
Doch dann fuhr ich zum Weltjugendtag nach Denver und auf der damit verbundenen Vor-Tour mit einer kleinen Gruppe nach Guatemala. Wir besuchten Gruppen und Projekte des Instituts St. Bonifatius dort – und bei meiner Rückkehr nach Deutschland war mir eigentlich klar, dass jetzt nicht Studium, sondern anderes dran ist:
Da war die Gemeinschaft, die mich faszinierte, schon seit den ersten Kontakten Anfang 1992 –
Die vielen Aufgaben die ich mir vorstellen konnte, mit Menschen, die – soweit ich es erlebte – versuchten ihren Glauben authentisch zu leben.
Und da war dies: „Deinen Willen zu tun, mein Gott macht mir Freude… Ja, ich komme…!“ aus Psalm 40! Ich konnte in der Vesper diesen Psalm nicht mitbeten, ohne die Konsequenz für meinen Glaubens- und Lebensweg im Vertrauen auf Seine Führung in die Gemeinschaft zu wagen. – Und ich ging!

Auch in der Kirche braucht es Menschen, die rechnen können
Nach der Ausbildungszeit in der Gemeinschaft mit Praktika in verschiedenen Bereichen und der theologischen und spirituellen Einführung in unsere Spiritualität als missionsbenediktinisches Säkularinstitut durfte ich im Juli 1996 meine ersten Gelübde ablegen.
Damit kam dann die Frage nach einem Beruf und Apostolat auf den Tisch. Da ich keine Ausbildung hatte und mir mittlerweile Religions- oder auch Sozialpädagogik auch nicht wirklich als meine Superbegabungen vorstellen konnte, mussten wir überlegen. Da ich durchaus Affinität zu Zahlen hatte und auch planerisch-organisatorisch Ideen und Fähigkeiten entwickelt hatte, stellten unsere Verantwortlichen mir die Frage, ob ich nicht Wirtschaft studieren wolle. Und da es ja auch in Kirche Menschen geben muss, die rechnen können, konnte ich es mir vorstellen und so ging es nach Dortmund ins Studium.
Mit dem Diplom in der Tasche kam dann 2000 die Frage, ob ich für eine Zeit nach Guatemala gehen könne – zur Mitarbeit in  der Verwaltung und Buchhaltung der Projekte dort, und um dort vor Ort Gemeinschaft zu erleben. Es war mir eine große Freude und es waren 2 ½ sehr spannende Jahre, für die ich total dankbar bin: Land und Leute, Kirche und Gemeinschaft in einer anderen Kultur so intensiv und hautnah zu erleben war echt ein Geschenk.

Abenteuer Nachfolge
Im Anschluss kamen Aufgaben im Zentrum der Gemeinschaft in Detmold und immer mal wieder kurzfristig in unseren verschiedenen Projekten in Europa. 2005 durfte ich dann die Lebensweihe ablegen, das endgültige JA zur Gemeinschaft – die Weihe meines Lebens, vorbehaltlos, ganz, für immer. Im selben Jahr wurde ich dann Verwalterin unserer Gemeinschaft hier in Europa – eine vielseitige Aufgabe, mit vielen Kontakten innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft – und viel Unterwegssein.
Ich lebe und erlebe, was Kirche lebt – mit Höhen und Tiefen, persönlich und in Gemeinschaft – immer neu in der Herausforderung, Gott zu suchen, wie der Hl. Benedikt sagt – und in allem in meinem Leben Ihn zu verherrlichen und den Menschen zu dienen. Und bis heute habe ich es nie bereut, mich auf dieses Abenteuer Nachfolge eingelassen zu haben.

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