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    Mövenschwarm am Ufer der Nordsee

    Den Tag beginnen

    Ein neuer Tag. Einer von ungezählten. So selbstverständlich. Einer wie der andere: die Routine von Arbeit, Sorgen, kleinen Freuden. Alltag eben.
    Oder:
    Ein neuer Tag. Ein Tag wie kein anderer. Unbekanntes Land, voller Möglichkeiten und Wunder. Kostbar und unvergesslich.
    Und der Unterschied zwischen beiden? Vielleicht nur mein Blickwinkel. Meine Aufmerksamkeit. Meine Bereitschaft, wahrzunehmen und zu staunen...
    Und darum werde ich heute, an diesem einen Morgen, einmal ausbrechen aus meinen Routinen. Ich werde neu wahrnehmen, dass mir ein neuer Tag geschenkt ist. Neu staunen über das, was mich umgibt: Der Atem der Erde, der Tau an den Füßen. Vogelgesang. Blütenduft. Sonnenschein auf meiner Haut. Samtweiche Luft.

    Es gibt viele Psalmen in der Bibel, in denen Menschen das Lob Gottes singen. Aber einer ist besonders, und ich bin eingeladen, ihn auch zu meinem  Gebet zu machen. In ihm singt nicht nur der Mensch, sondern die gesamte Schöpfung von Gott:

    „Preise den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, überaus groß bist du!
    Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
    Du hüllst dich in Licht wie in einen Mantel, du spannst den Himmel aus gleich einem Zelt.
    Du machst die Winde zu deinen Boten, zu deinen Dienern Feuer und Flamme.
    Du lässt Quellen sprudeln in Bäche, sie eilen zwischen den Bergen dahin.
    Sie tränken alle Tiere des Feldes, die Wildesel stillen ihren Durst.
    Die Bäume des HERRN trinken sich satt, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat,
    dort bauen die Vögel ihr Nest, auf den Zypressen nistet der Storch.
    Die hohen Berge gehören dem Steinbock, dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht.
    Wie zahlreich sind deine Werke, HERR,
    sie alle hast du mit Weisheit gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
    Da ist das Meer, so groß und weit, darin ein Gewimmel, nicht zu zählen: kleine und große Tiere.
    Dort ziehen die Schiffe dahin, der Levíatan, den du geformt, um mit ihm zu spielen."
    (Psalm 104,1f.4.10f.16-18.24-26.)

    Stimmt das, Gott? Heutzutage glauben wir ja nicht mehr so an Meeresungeheuer. Aber wer weiß, was da unten noch so alles lebt... und sicher nicht alles davon wäre mein Freund! Aber offenbar deiner, Gott; und der Gedanke gefällt mir: auch mir bedrohlich erscheinende Wesen, auch die übermächtigen Kräfte der Schöpfung sind Teil deines großen Ganzen, und du weißt damit umzugehen. Ich brauche nicht alles zu verstehen – aber ich darf in allem Ausschau halten nach dir, und zu dir beten:

    Gib mir Augen, Gott, um zu sehen
      das schweigende Halleluja
      des Schmetterlings

      und dass das Licht Wurzeln schlägt
      in jeder Blüte

      dass die Geschöpfe der Nacht dich loben
      nicht weniger als die Wesen des Lichts.

    Gib mir Ohren, Gott, um zu hören
      im Flüstern des Winds
      dein „Ich-bin-da"

      und dass alles, was ist, dir singt

      dass alles um mich her dein leises Wort der Liebe flüstert.

    Gib mir Hände, Gott, um zu empfangen, zu geben
      ein kleines Quäntchen Güte
      absichtslos verschenkt

      und leere Hände, gefüllt von dir

      Deine Gegenwart in meinem Leben
      Tag für Tag.
      Danke dir.


    Bibeltext: Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart.

    Alle Rechte vorbehalten. Abdruck mit freundlicher Erlaubnis des Kath. Bibelwerks Stuttgart.