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Nachruf auf Antonie (Toni) Bischofberger

Antonie Bischofberger

News vom: 19.01.2019

 „Licht aus der Höhe, leuchte allen,
die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes."
Antiphon zum Benedictus


Gott, der liebende und barmherzige Vater, hat
Toni Bischofberger
geb. am 24.03.1926 in Hundersingen
gest. am 19.01.2019 auf dem Kupferberg in Detmold
am frühen Morgen, während des Benedictus, dem Lobgesang in den Laudes, still und leise zu sich in die Herrlichkeit heimgerufen.

Wie gewöhnlich nahm sie, seit vielen Jahren aufgrund von Alter und Gebrechlichkeit auf die Hilfe anderer angewiesen, per Übertragungsanlage an dem Morgengebet der Gemeinschaft teil. Ein immer stiller gewordenes Dasein war ihr Weg der Nachfolge Jesu Christi, der nun bei Gott vollendet ist.
Antonie Bischofberger wurde als 12. Kind, und zwar als Zwillingskind des Bürgermeisters Anton Bischofberger und seiner Frau Eugenie geboren. Als sie 10 Jahre alt war, starb der Vater. Antonie galt von klein auf als fleißig, verantwortungsvoll, kreativ und zuverlässig. Nach Beendigung der Volksschule besuchte sie zwei Jahre lang einmal wöchentlich die Hauswirtschaftsschule und arbeitete ne-benbei in dem elterlichen Betrieb, einer Bierbrauerei und Landwirtschaft. Ein weiteres Jahr auf der Haushaltungsschule schloss sich an, wobei sie nebenher Privatunterricht nahm in verschiedenen Fächern wie Deutsch, Rechnen, Buchführung und Französisch. Auch während der Kriegszeit unterstützte sie die Mutter in den vielfältigen Aufgaben der Familie und war zudem in der Pfarrgemeinde eine sehr geschätzte Jugendführerin und Seelsorgehelferin.
Das Ende des 2. Weltkrieges machte es ihr möglich, die Ausbildung zur Kinderpflegerin und später zur Kindergärtnerin in Ulm und Schwäbisch Gmünd zu beginnen und im März 1948 mit gutem Erfolg abzuschließen. Als sie im August 1952 in das Säkularinstitut St. Bonifatius eintrat, konnte sie bereits einige Jahre Berufserfahrungen in einem Kinder- und Säuglingsheim in Konstanz und einem Ingenieurshaushalt in Neufra / Donau nachweisen.
Sie hatte ein großes Herz für Kinder. Ihre musikalischen Fähigkeiten und ihre Freude an Gitarre und Gesang brachte sie in den Kinderkurheimen der Gemeinschaft in Westerland und Glücksburg über Jahrzehnte ein. Daneben waren für sie das Theaterspielen, vor allem Kasperletheater, das Vorlesen von Geschichten und die ausgiebigen Erkundungsgänge mit Kindergruppen in Wald, Feld und Flur, sowie lange Strandspaziergänge wichtige Elemente einer ganzheitlichen Kindererziehung. Niemand konnte so exakt Muscheln bestimmen und Kindern Naturerfahrungen nahebringen wie sie. Das Vorlesen von Geschichten und kleinen Texten hat sie sich bis ins hohe Alter bewahrt. Auch der religionspädagogische Aspekt der Erziehung kam nicht zu kurz. Schon 1948 besuchte sie ein laienkatechetisches Seminar in Beuron / Donau, das ihr ein solides Fundament für die Kinder- und Jugendarbeit vermittelte.
Aus Krankheits- und Altersgründen siedelte sie im September 1998 von Glücksburg ins Zentrum der Gemeinschaft nach Detmold um. Sie beteiligte sich an vielfältigen praktischen Aufgaben in den hauswirtschaftlichen Bereichen, solange es ihre Kräfte zuließen. Die letzten Jahre verbrachte sie in der Seniorinnengruppe unserer Gemeinschaft. Trotz schwindender Kräfte behielt sie ihr Interesse an den Aufgaben der weltweiten Gemeinschaft und den Anliegen ihrer Besucher. Ein ganz wichtiger Satz aus ihrem Munde war die Frage: „Hallo, ist da einer?" Diese Frage mag sie auch in der Stunde der Begegnung mit dem Herrn in aller Stille gestellt und seine einladende Antwort gehört haben: „Hier bin ich!" Wir vertrauen darauf, dass sie nun in der Gewissheit ausruhen darf, die dem Zacharias im großen Lobgesang zuteil wurde: „Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes." Sie hinterlässt uns ein Glaubens- und Lebenszeugnis, dass uns in dankbarer Erinnerung bleibt. 

 

Das Requiem feiern wir am Donnerstag, den 24.01.2019 um 10:30 Uhr in der Lioba-Kapelle des Instituts St. Bonifatius. Anschließend Beisetzung auf dem Waldfriedhof des Instituts.


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