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Nachruf auf Hanna Judith Claus

Hanna Judith Claus

News vom: 13.12.2018

Der Herr traf sie wachend an, als er kam;
sie trat mit ihm ein in den Hochzeitssaal.
(Liturgie am Festtag der hl. Luzia)

Gott, der liebende und barmherzige Vater, hat
Hanna Judith Claus
geb. am 18.07.1926 in Herne
gest. am 13.12.2018 auf dem Kupferberg in Detmold
zu sich in die Herrlichkeit heimgerufen.

Ein interessiertes und aktives Dasein fast bis zuletzt war ihr zu Eigen. Ihre Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft allen Menschen gegenüber war sehr ausgeprägt. Viele, die ihr im Laufe des Lebens vor allem auf der Insel Sylt begegneten, werden sich gut an sie erinnern. ‚Gott verherrlichen und den Menschen dienen' war ihr das wichtigste Anliegen in allen Aufgaben, zu denen sie gesandt war als Mitglied unserer Gemeinschaft in der Nachfolge Jesu Christi und einer großen Nähe zu den Menschen.
Hanna Judith Claus stammte aus der Erzdiözese Paderborn und war ihrem Heimatbistum immer sehr verbunden. Ihre Kindheit und Jugendzeit verbrachte sie vorwiegend in Herne. Auch der Besuch der Volksschule und der zweijährigen Städtischen Handelsschule erfolgte dort. Erst das damals geforderte Hauswirtschaftliche Pflichtjahr führte sie nach Westfalen zu einer Bauersfamilie in Bergheim, Kreis Höxter.
Danach folgten einige Jahre, in denen sie ihre schulische Ausbildung im Verwaltungsbereich mit praktischen Berufseinsätzen ergänzen konnte. Erfahrungen sammelte sie bei der Reichsbahn/Güterabfertigung in Herne, als Rot-Kreuz-Helferin in einem Krankenpflegepraktikum im Evangelischen Krankenhaus in Höxter und bei der ‚Krankenversicherung Berliner Verein' in Bochum. Überall wurden ihr hervorragende Zeugnisse ausgestellt, die sie als qualifizierte Fachkraft auszeichneten. Auch ihre ruhige und freundliche Art im Umgang mit den Menschen zeugte von einer hohen Wertschätzung jedem Einzelnen gegenüber.
Hanna Judith Claus war eine sehr religiöse und suchende Frau, die schon früh ihren Weg in der Nachfolge Jesu finden wollte. Eine schwerwiegende Knieoperation machten ihre ersten Suchbewegungen jedoch wieder schnell zunichte und sie wurde nahezu bewegungsunfähig, im wahrsten Sinne des Wortes. Komplikationen bei der Knieoperation brachten ein langes Krankenlager von 1 ½ Jahren mit sich. Nur schwer erholte sie sich davon und ihr Leben lang hatte sie an den Folgen einer Gehbeeinträchtigung zu leiden. Hinzu kam eine schwere asthmatische Erkrankung. Allein ihrem Lebensmut, der Freude an den Menschen und einer konsequenten Selbstdisziplin ist es zu verdanken, dass sie ihre Eigenständigkeit verantwortlich und tatkräftig in der Hand behielt.
Bevor sie 1956 in das Säkularinstitut St. Bonifatius eintrat, war sie kurzfristig in Aushilfetätigkeiten im katholischen Pfarramt St. Bonifatius in Herne, in der Verwaltung im Marienhospital in Hagen, sowie als Arztsekretärin im Marienhospital Herne tätig. Ihre Berufserfahrungen konnte sie in verschiedenen Einrichtungen unserer Gemeinschaft fortsetzen. Neben kurzzeitigen Einsätzen im Zentrum in Detmold, im Caritas Müttergenesungsheim St. Walburga in Plön und im Raphaels-Hospiz in Hamburg, war sie weit über 50 Jahre auf der Insel Sylt tätig. Zunächst arbeitete sie in der Verwaltung des Kinderkurheims Haus Nordmark, danach vor allem als Ehrenamtliche in der Inselpastoral der Pfarrei St. Christophorus in Westerland. Ihr ‚Bücherstand' war nicht nur Ort des Verkaufs von Kleinschriften und Postkarten mit religiösen Motiven. Dieser Ort wurde Anlaufstelle für viele Suchende, die das offene Herz und Ohr von Hanna Judith Claus sehr zu schätzen wussten. Mit all ihren Fragen, Sorgen, Nöten und Freuden konnten sie sich ihr anvertrauen. Aus Altersgründen kehrte sie 2016 ins Zentrum der Gemeinschaft auf den Kupferberg zurück, wo sie noch am 21.11.2018 ihr 60jähriges Professjubiläum feiern konnte.
Auch wenn die Kräfte nachließen, so doch nicht ihr Interesse an allem Geschehen innerhalb der Gemeinschaft und den Ereignissen in Kirche, Gesellschaft und Welt. Ihre Freude an der Musik, mit der sie auch als Kantorin für den liturgischen Gesang in den Gruppen für viele Jahre verantwortlich war, blieb ihr bis zuletzt. Am Festtag der hl. Luzia gab sie still und friedlich ihr Leben zurück in die Hände dessen, den sie sehnsüchtig erwartete. Wir werden sie in dankbarer Erinnerung behalten und bitten um ein Gedenken im Gebet:
Im Namen der Angehörigen und des Instituts St. Bonifatius
Brigitte J. Kulüke

Das Requiem feiern wir am Dienstag, 18.12.2018 um 11.00 Uhr in der Lioba-Kapelle des Instituts St. Bonifatius.
Anschließend findet die Beisetzung auf dem Waldfriedhof des Instituts statt.


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