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    'Capacitar' mit einer Kinder- und Jugendgruppe

    "Capacitar"

    „Sich selbst und unsere Gesellschaft heilen“

    Die aktuelle Lebenssituation in der Region Nord-Kivu / DR Kongo im Allgemeinen und insbesondere in der Stadt Goma ist gekennzeichnet durch ein sehr hohes Stressniveau sowie einer großen Gewaltbereitschaft aller Bevölkerungsschichten, verursacht durch die Kriege und die damit verbundenen Grausamkeiten der letzten zwei Jahrzehnte. Der einfache und unkomplizierte Zugang zu Waffen führt dazu, dass auch persönliche Konflikte durch exzessive Gewaltakte ‚gelöst‘ werden – bis hin zu Mordversuchen durch Jugendliche und Selbstjustiz durch verzweifelte, undisziplinierte Bürger. Es gibt praktisch keine Gerichtsbarkeit mehr, und die politischen Verwaltungsbehörden sind mehr oder weniger funktionsunfähig. Exzessive Korruption auf allen Ebenen der Gesellschaft und eine große Unsicherheit in der Region sowie Bandenwesen sind die Folge davon.


    Die Bewohner der Stadt Goma wie auch die unzähligen Flüchtlinge aus dem Landesinneren sind zu einem großen Prozentsatz nicht mehr sie selbst.

    Dies gilt insbesondere für die Jugendlichen, die mit vielen inneren Verwundungen leben und überleben müssen oder schon straffällig geworden sind und ohne Perspektive im Gefängnis sitzen.


    Diese Analyse unseres Kontextes hat uns dazu herausgefordert, nach Wegen zu suchen, wie wir diesen Menschen helfen können. Dabei sind wir auf ‚Capacitar‘ gestoßen: ein nationales und internationales Solidaritäts-Netzwerk mit Hauptsitz in Kalifornien/USA, gegründet als gemeinnützige Organisation im Jahr 1988.


    Die dialogische Pädagogik und der basisorientierte Bildungsansatz von 'Capacitar' bietet die Chance, breite Bevölkerungsschichten zu erreichen und durch den persönlichen Heilungsprozess, auf den sich die Einzelnen einlassen, zugleich den gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext ihres Lebens zu verändern – damit die Menschen in der Region Nord-Kivu nicht für immer durch Traumata, Stress, Armut, Depression und Resignation entmenschlicht und zerstört werden!

    Einige der unzähligen Binnenflüchtlinge im Kongo haben in der Pfarrei Masisi Aufnahme gefunden
    Verteilung von Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs in einem Straßenkinderzentrum am Stadtrand von Goma
    Die ehemaligen Kindersoldaten profitieren nicht nur von den Capacitar-Übungen, ...
    ... sondern die Arbeit in ihrem eigenen kleinen Agrarprojekt soll ihnen auch helfen, sich selbst wieder zu 'erden' und besser mit ihren Traumata umgehen zu lernen.
    Im Ernährungszentrum Birere machen die Kinder bei den Übungen begeistert mit.
    Das unterbrochene Ziegeleiprojekt in Masisi soll so bald wie möglich wieder anlaufen.
    Mitglieder der neuen Strahlpunktgruppe in Masisi, die auch noch weiter geschult werden sollen.
    Ferienkurse mit Schüler:innen und ihren Lehrkräften
    Baumpflanzprojekt mit Schulen in Masisi
    Agrarprojekt in Masisi mit den Capacitar-Animator:innen

    Erste Anfänge in Goma

    Capacitar wendet sich besonders an Einzelpersonen, Familien und lokale Gemeinschaften, die beeinträchtigt werden von Armut, Gewalt und Traumata. Es will ihnen Möglichkeiten anbieten, sich selbst zu heilen, ihr Leben und auch das der jeweiligen Gesellschaft zu verändern. In den Fortbildungen von Capacitar erlernen die TeilnehmerInnen einfache, ganzheitliche Heilpraktiken, die effizient und ungefährlich sind und gesundheitliche wie auch psychische Heilungsprozesse fördern.


    Gerade in der Diözese Goma mit ihren mehr als 500.000 Flüchtlingen im Diözesangebiet sind die Probleme besonders sichtbar. Deshalb haben wir schon 2013 begonnen, den integralen Therapieansatz von Capacitar in der Region bekannt zu machen und ihn bestimmten Moderatorengruppen (Führungspersonen in Flüchtlingscamps, Mitarbeiter lokaler Hilfsorganisationen, Psychologen, Krankenpfleger, Sozialarbeiter, Lehrer, Priester, Schwestern, Mitarbeiter im Pastoraldienst etc.) zu vermitteln, damit diese 'Capacitar' für sich selber nutzen und in ihren Arbeitsbereichen anwenden können. Seit Mai 2016 ist „Capacitar RD.Congo" als offizielles Programm zur Detraumatisierung in die Struktur der Caritas Goma integriert.

    1. Capacitartrainerkurs Mai 2017

    Capacitar in Zahlen

    Seit dem Beginn des Projekts wurden bisher über 50.000 Menschen für 'Capacitar' sensibilisiert, die meisten davon Schüler:innen und ihre Lehrkräfte. Außerdem wurden mit Schnuppertagen und kurzen Schulungen mehr als 4.000 Multiplikator:innen angeleitet, die sich Grundwissen von 'Capacitar' erworben haben und dieses in 'Strahlpunktgruppen' in ihren Milieus weitergeben können.


    Eine Grundschulung über ein Jahr mit mehreren Ausbildungsmodulen bildet zudem Animator:innen und Trainer:innen aus, die sich auf diese Weise vertiefte Kenntnisse aneignen und ihrerseits neue Multiplikator:innen anleiten können.


    Ziel ist, dass möglichst viele Menschen ihre eigenen guten Erfahrungen mit Capacitar wiederum mit Anderen teilen und sich die Strahlkraft des Projekts so weit über den begrenzten Aktionsradius des eigentlichen Capacitar-Teams hinaus erweitern kann.

    Capacitartrainer mit Partnerorganisationen von Misereor

    Ein guter Weg: Neues beginnen – Gelungenes (über)lassen

    Die bisherigen Projekte und Aktivitäten des Teams konzentrierten sich im wesentlichen die Provinz Nord-Kivu, v.a. die Stadt Goma und die Regionen Masisi und Rutshuru, und darüber hinaus auch bis nach Bukavu und Kalehe (Provinz Süd-Kivu). Im Blick ist auch eine weitere Ausdehnung bis hin zur Hauptstadt Kinshasa − oder andere Provinzen, in denen unsere Hilfe angefragt wird.


    Von Anfang an wurden die Maßnahmen von ‚Capacitar' in die Arbeit des Instituts im Ernährungszentrum im Armenviertel von Birere, mit Aidskranken und dem Personal des Zentrums sowie den Krankenbegleitern integriert und haben gute Ergebnisse gezeigt.


    Ein schöner Erfolg des Projektes im Jahr 2018 war es, dass Formatoren Capacitar auch in Minova und im Gebiet von Masisi in zwei Rehabilitationszentren der Caritas für ehemalige Kindersoldaten implementieren konnten, für die es besonders schwierig ist, ihre Würde, ein Gefühl von Sicherheit und ihr inneres Gleichgewicht wiederzugewinnen, die Voraussetzung für eine erfolgreiche Reintegration in ein normales Leben sind.


    Auch in vielen Schulen der Stadt Goma und des Umlands wurden Lehrer:innen und Verantwortliche in 'Capacitar' ausgebildet. So sind die Übungen mittlerweile Teil des Schulalltags und helfen den Kindern wie auch den Lehrkräften.
    Aber auch die Schüler:innen selbst sollen befähigt werden, eigenständig aktiv zu werden. Diesem Ziel dienen die neu ins Leben gerufenen "Ferienkurse" für eine jeweils ausgewählte Gruppe von Schüler:innen verschiedener Altersstufen mit ihren Lehrkräften, in denen sie − neben viel Spaß und Spiel − eine vertiefte Schulung in den Übungen von Capacitar erhalten und das Gelernte anderen Kindern weitergeben können.


    Ein weiterer Schwerpunkt des Teams um Ingrid Janisch sind Basisgruppen in verschiedenen katholischen Gemeinden im Umland von Goma und in einem Flüchtlingscamp, in denen neben der Formation von Anleiter:innen für Capacitar und den Übungen zur Detraumatisierung zwei Agrarprojekte in Masisi und in Minova ins Leben gerufen wurden, zum Beispiel durch finanzielle Hilfe zum Anlegen eines Fischzuchtprojekts oder durch die Pacht von Anbauflächen für eine gemeinsame Nutzung.
    Diese Projekte sollen zur Förderung der kommunitären Resilienz dienen, und die Menschen befähigen, eigenständig zur Verbesserung ihrer Lebenssituation beizutragen. Zugleich hilft ihnen das Bearbeiten des Landes auch dabei, mit dem ‚Entwurzelt-Sein' und den vielfältigen Belastungen ihrer Lebenssituation umzugehen und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.


    Ein weiteres neu begonnenes Projekt nimmt sich gezielt der Situation der unzähligen Straßenkinder Gomas an, die durch durch die Folgen der gewaltsamen Auseinandersetzungen oder aufgrund der Armut ihrer Familien sich alleine durchschlagen müssen. Hier hoffen wir, in Zusammenarbeit mit drei Auffangzentren für diese Kinder in Goma dazu beitragen zu können, dass mit den Übungen von Capacitar, gezielter psychologischer Begleitung der Kinder und Schulung der Mitarbeitenden in den Einrichtungen eine psychosoziale Rehabilitation der Kinder gelingt und sie besser wieder in ihre Familien reintegriert werden können.

    Träume von Zukunft

    Die Erfahrungen in den Ferienkursen sowie mit Lehrkräften der verschiedenen Schulen haben gezeigt, dass es wünschenswert wäre, auch die Eltern der Schüler:innen in die Formation einbeziehen zu können. Je mehr Menschen für den Ansatz von Capacitar sensibilisiert werden können und ihn eigenständig in ihre Milieus weiterverbreiten, desto mehr Menschen werden davon profitieren!


    Mit Starthilfen für verschiedene Capacitar-Milieu-Promotorengruppen kann es auch ermöglicht werden, dass die neu ausgebildeten Trainer:innen eigenständig mit diesem Ansatz weiterarbeiten und aus ihren ursprünglichen Pfarreien in andere weitergehen können.


    Deshalb – helfen Sie diesen Menschen, sich selbst zu helfen: durch Ihre Spende, die den Menschen in Nord-Kivu zugutekommt!

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    Danke für Ihre Unterstützung!