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Frauen in San Gabriel bereiten das Essen zu

San Gabriel

Unter Kleinbauern in der Dürrezone leben

Blick über San Gabriel Die Kirchentüren sind wieder offen. Frauen in der Tracht von San Gabriel Diese Kinder sollen eine Zukunft haben. Ernte 2015: Zu wenige Maiskolben sind zu klein, zu fleckig, mit zu wenig Körnern ... Mädchen in Santa Rita


Seit Mitte Januar 2012 hat eine Gruppe unserer Gemeinschaft ihren Apostolatsort in der Gemeinde San Gabriel. Dieser Ort im Nordosten des Landes gehört zu den ärmsten Gegenden in Guatemala. Er liegt in der Dürrezone in der Diözese Baja Verapaz, wo das Leben von der Mühe des Ackerbaus, den langen Trockenzeiten und häufigen Ernteausfällen geprägt ist. Lange harrten die Christen dort ohne geistlichen Beistand aus. Sie baten immer wieder um einen Priester und bauten sogar ein Pfarrhaus, um ihrem Wunsch nach einem Seelsorger Gestalt zu geben. Nun sind sie glücklich, dass unsere Gruppe in dieses Pfarrhaus eingezogen ist, um mit den Menschen vor Ort "das Heute Gottes" zu leben.

Hören und handeln

Nach ihrer Ankunft in San Gabriel haben unsere Mitglieder sich zunächst Zeit genommen, um die Sorgen und Nöte der Menschen anzuhören. Mit ihnen zusammen konnten sie dann direkt vor Ort entscheiden, welche Art von Hilfe am notwendigsten ist. Eine große Sorge ist die Spaltung in dem Dorf: Aufgrund mangelnder religiöser Bildung traten viele Familien zu den Sekten über, die mit der Übernahme von Schulgeldern lockten.

Oft sind es die ganz grundlegenden Dinge, für die Hilfe nötig ist: Es fehlt an einem stabilen Haus und an Geld für den täglichen Mais. Unsere Gruppe hat vor allem Kontakt mit den Frauen des Dorfes, die ihren Familien ein Zubrot mit der Weberei erarbeiten. Alle hier sind Kleinbauern, aber die Felder bringen nicht den nötigen Lebensunterhalt. Deshalb verdienen Ehemänner und Söhne im Polizei- und Militärdienst in der Hauptstadt oder in anderen Regionen des Landes Geld für die Familien. Diese Arbeit birgt ein großes Gefahrenpotential in sich, denn gerade die jungen Männer geraten oft in den Sog der Kriminalität. Um den jungen Menschen, Frauen wie Männern, eine würdige Lebenschance zu geben, unterstützen wir die Schul- und Berufsausbildung für Jugendliche und Kinder.

Nahrung für Leib und Seele geben

Auch heute sind das offene Ohr und Herz noch die wichtigsten Maßnahmen. Aber unsere Mitglieder arbeiten auch in der Pastoral der Umgebung und besuchen oft die Kranken. Wegen der schlechten Ernten leiden viele der Menschen in San Gabriel Hunger, sobald der Mais vom Vorjahr ausgeht. Vor allem viele Kinder sind unter- und fehlernährt. Die am stärksten betroffenen Familien unterstützen wir durch den Zukauf von Mais.

Um darüber hinaus auch der Seele Nahrung zu geben, ist die Pastoral besonders wichtig. Dafür brauchen wir gute Katecheten und benötigen einen Platz, an dem wir sie ausbilden können und wo sich auch die Gemeinde versammeln kann. Nun ist mit viel Mühe und manchen Rückschlägen der einstmals völlig verfallene Pfarrsaal grundlegend renoviert, und das Dorf hat endlich den so dringend benötigten Versammlungsraum.

Lebenshilfe schenken

Auch für die benachbarten Bergdörfer Santa Rita, Chupel und Aguacate ist Hilfe nötig. Acht Stunden zu Fuß sind sie von San Gabriel entfernt, mit dem Auto kann man sie nicht erreichen. Sie haben weder Strom noch eine Wasserleitung. Einzig ein Fluss liefert Wasser zum Trinken, Waschen und Baden. Eigentlich gibt es in diesen Dörfern eine staatliche Schulspeisung. Die meisten Kinder kommen ihretwegen in den Unterricht. Doch der Dorflehrer berichtet, dass diese Hilfe immer wieder ausbleibt. Dann sind wir angefragt, Ernährungshilfen zu geben.

Für alle diese unterstützenden Maßnahmen sind wir auf Ihre Spenden angewiesen.

 So hilft Ihre Spende:

  • Preis für einen Zentner Mais: 20 € 

  • Unterstützung für die Berufsausbildung eines jungen Menschen: 100-350 € / Monat